Achtsamkeit – der Kobold auf meiner Schulter!

Achtsamkeit am Sonntagmorgen – allen Wettervorhersagen zum Trotz: Die Sonne lächelt von einem makellos blauen Sommerhimmel und der Bewegungsfreak in mir jubiliert: „Yeap, das wird dann heute eine große Runde werden.“ Ein Blick auf meine fellnasigen Laufbegleiter schaltet sogleich die Autokorrektur ein und radiert die „große Runde“ und platziert alternativ „größere Runde“. Gut, aus Hundesicht ist einem gemütlichen Liegeplatz im sonnigen Garten wohl nichts entgegenzustellen. Wir vier, Pauline, Summer, Nikita & ich schaffen es dann mehr oder weniger schwanzwedelnd bis hin zur „Die Acht“, einem Kleinstpark in Niendorf/ Ostsee gleich neben dem Hundestrand. Die ideale Wendemarke hechelt es mir aus drei Mäulern entgegen. Na gut, dann mal zurück, denke ich und verspreche ein ordentliches Leckerli. Meine Sportuhr präsentiert mir das Ergebnis: 8,1 KM. Nehmen wir den Achtgehalt des beginnenden Tages zum Anlass, uns dem Thema näher zu bringen.


Achtsamkeit ist Burnout-Prävention!


Zugegeben, lange ist es nicht her, da ging mir dieser HyperTag sogar ziemlich „auf den Senkel“: Ich bin bei mir, ich bin bei dir, bist du bei mir und überhaupt, was soll das ganze Gewese vom Hier & Jetzt, wo ich doch die meiste Zeit im Morgen oder Übermorgen unterwegs bin? Gelebte Zukunft ist wohl eher meine Ausrichtung! Doch im Morgen lässt sich schwer sagen, wo der Schlüssel im Heute platziert wurde und so verbrauche ich kostbare Zeit mit dem Suchen & Fluchen. Doch Achtsamkeit muss trainiert und erfahren werden – nur das Schöne daran ist, im Hier & Jetzt unterwegs zu sein, bedeutet keinen zusätzlichen Zeitaufwand und Achtsamkeit ist Burnout-Prävention!

 


Achtsamkeit im Alltag:

Bereits kurze Momente täglicher Routinemomente wie zum Beispiel das Kaffee- oder Teekochen kann zum Anlass genommen werden. Schaue dir hierbei zu, analysiere und bewerte dein Tun nicht. Riechst du den Kaffee oder den Tee? Das Wasser – gurgelt oder zischt es? Dein erster Schluck, wie schmeckt er dir? Diese kurze Zeit, richtig genutzt, kann bereits Entspannung erzeugen.

 


Achtsamkeit beim Sport:

Spüre bewusst deine Bewegung, deine Muskeln, den Atem und deine Körperempfindung – Achtsamkeit ist besser als deine persönliche Bestzeit! Achtsamkeit beim Aufenthalt im Freien hat eine messbar stressreduzierende Wirkung.

 


Achtsamkeit – Beschäftigung mit dem Haustier:

Spürst du, wie dein Hund oder deine Katze entspannt, wenn du ihn/ sie liebevoll streichelst? Und es macht auch etwas mit dir: Die Cortisol-Ausschüttung (Stresshormon) verringert sich und die Oxytocin-Produktion (Kuschelhormon) wird angeregt. So geht das: Eben noch „auf Zinne“ – nun Softie mit Schmuseetikett! 😊

 


Achtsamkeit in der Ernährung:

Viele Menschen machen sich nicht die Mühe, über die Qualität ihrer Ernährung nachzudenken oder gar Verantwortung für sich zu übernehmen. Die Werbung suggeriert: „Komm‘, es ist viel einfacher, eine Pille einzuwerfen und sich dann an den begleitenden Diätplan zu halten!“ Doch so eine Fehleinstellung zur eigenen Lebensweise bleibt nicht ohne Folgen und führt nicht selten in die Krankheit. Der Grund für diese ungünstige Lebenseinstellung ist häufig ein zu geringes Selbstwertgefühl: „Ich bin es mir nicht wert, mir Gutes zu tun“! Mehr hierzu auch in meinem Blog „Selbstliebe – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!“

Ich persönlich stehe morgens auf und könnte mich quasi schon küssen. Keine Form von Narzissmus, eines In-sich-selbst-Verliebt-Seins, nein ein wirkliches Mögen verbindet mich mit mir – deshalb habe ich fast immer richtig gute Laune – ich verbringe ja schließlich auch den ganzen Tag mit mir. 😊 Sorge für ein gutes Selbstwertgefühl, denn du bist es dir- und wir sind es uns wert! Mittlerweile sicher auch Running Gag. L’Oréal hält seit nunmehr 40 Jahren an seinem Slogan fest: „Weil ich es mir wert bin!“

Finde heraus, welche Art der Ernährung dir guttut und welche eher nicht. Worauf hast du häufig Appetit? Und wenn du das nächste Mal an einem Fastfood-Restaurant vorbeikommst, stelle dir einfach vor, du befindest dich in einer Markthalle mit einem Überangebot frischer Ost- und Gemüsesorten und dein Körper klatscht Beifall. Wenn es nicht auf Anhieb funktionieren will, so bist du in dieser Zeit hoffentlich bereits an dieser Burgerwelt vorbeigefahren oder -gegangen! Auch kleine Erfolge zählen.

 


Achtsamkeit – Ernährung:

Hier bedeutet es nicht die Unterteilung in gut oder schlecht oder die Einhaltung von Regeln. Höre auf deinen Körper – hast du wirklich Hunger oder denkst du nur ans Essen, weil gerade Essenszeit ist? Wird dir deine Mahlzeit bewusst oder checkst du währenddessen deine Nachrichten und/ oder News auf dem Smartphone, schaust du Fernsehen oder liest eine Zeitung? Schaue dir die Farben deiner Mahlzeit an, nehme den Geruch bewusst wahr und koste die einzelnen Zutaten. Eine selbstzubereitete Mahlzeit aus guten Zutaten mit allen Sinnen wahrzunehmen – was kann es Schöneres geben? Du musst als Berufstätige/er nicht zwingend mittags in die Kantine/ Imbiss – werde auch du zum Tupper-Star! Bei der Zubereitung deiner Abendmahlzeit darfst du dann -trotz oder gerade wegen aller Achtsamkeit- gerne auch an Morgen denken! 😊


Auf dem Weg zur Achtsamkeit


Nimmst du deine Mahlzeit achtsam zu dir, bist du schneller satt, du bist zufriedener, du hast kein Völlegefühl und du hast intensivere Geschmackserlebnisse. Im Ayurveda gilt die Ernährung als eine wichtige Säule der Gesundheit und diese wird als ein natürliches Heilmittel angesehen und individuell auf die Konstitution des Einzelnen abgestimmt. Es soll angeblich Jahre dauern, bis man erfahren ayurvedisch kochen kann – das hebe ich mir persönlich vielleicht noch für die Zukunft auf! Bleibe bei deiner Mahlzeit und lümmele dich nicht bereits auf dem Sofa! Auf dem Weg zur Achtsamkeit (noch bin ich nicht am Ziel) stoße ich auch dann und wann an meine Grenzen.


Mein Kobold ist der künstlerische Weg in die Achtsamkeit


Doch Geduld und Ehrgeiz brachten mir einen neuen, wenn auch ungewöhnlichen Begleiter: Einen Kobold! Er sitzt seit geraumer Zeit auf meiner Schulter – er sitzt einfach da und ist mir treu zu Diensten. Denn ich frage ihn recht häufig -und es wird täglich mehr- so Dinge wie “Und Kobold, was siehst Du? Oder „Kobold, schmeckst du das auch oder ist da noch mehr?“ Manchmal wird er auch eigeninitiativ und macht mich auf Dinge aufmerksam: „Hey Susanne, hast du diese seltsame Vogelstimme auch gehört – was mag das gewesen sein?“ Mein Kobold ist der künstlerische Weg in die Achtsamkeit. Inspiriert hat mich Dr. Manfred Nelting mit seinem Buch „Burnout“. Dieses Sachbuch wird am Ende von lehrreichen Kapiteln durch Narrengeschichten eines Koboldes namens Arnold vertieft. Das Buch ist lohnenswert, auch wenn man beruflich nicht mit Burnout zu tun hat oder man selbst -hoffentlich- weit entfernt davon ist.

Und nun geben wir alle auf uns acht und tragen diese innere Geisteshaltung in weitere Bereiche wie Partnerschaft und Familie oder auch in unsere Berufswelt – wir fangen an, unser Leben und uns selbst zu pflegen! 😊

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